Sonnenschein für's Heulager
Vorstellung des Projekts (Präsentation als PDF - 1,7 MB)
Den Sonnenschein mit einem SonnenSchein nutzen
von Jens Weber
Im Sommer wird das "Lager für Arbeit und Erholung" der Grünen Liga seinen zehnten Geburtstag feiern.
Das wäre doch ein Grund für ein Geschenk, oder?
Wie wäre es mit einer Spar-Anlage? Eine, mit der man das Heulager finanziell absichern kann, wenn es nun langsam in die Jahre kommt. Und mit der man gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tut.
Die Geburt einer Idee
Im Bärensteiner Bielatal, dort wo alljährlich das Heulager stattfindet, nagt der Zahn der Zeit an einem gräßlich-häßlichen DDR-Plattenbau (eigentlich: Raumzellenbau), der seit etlichen Jahren nun schon leersteht. Und der außerdem asbestbelastet und deswegen auch nur unter hohen Kosten abzureißen oder zu sanieren wäre.
Im Frühling 2004 unternahm ich nochmal einen ernsthaften Versuch, Geld für einen Umbau des "Asbestbaus" zu einer Art Umweltzentrum mit angeschlossenem Heulager (für das Heu des Heulagers) zu besorgen. Die Hoffnungen ruhten auf dem Förderprogramm LEADER+. Aber da stecken wir immer bloß viel Zeit rein, gefördert haben wir von denen noch nie ein Projekt bekommen - und auch hier konnte uns lediglich ein Art ökonomische Machbarkeitsstudie vage in Aussicht gestellt werden. Parallel dazu schrieb ich 25 bundesdeutsche Umweltstiftungen an. Auch umsonst. Die Zeit der Förderung von Umweltzentren, auch wenn sie noch so kreativ konzipiert sein mögen, liegt lange zurück.
Nur eine einzige Stiftung zeigte überhaupt Interesse: die thüringer "Naturstiftung David". Die verfügen aber nur über relativ geringes Kapital und damit auch nur bescheidenes Fördervermögen in Höhe von paartausend Eus. (Der thüringer BUND hatte mal von einem Umweltzerstörer vor Gericht einen dicken Batzen Ablaßgelder erstritten und daraus die Stiftung geschmiedet).
Also, bei unserem verwegenen Millionen-Euro-Projekt "Asbestbauverzauberung" könnte uns David auch nicht so richtig behilflich sein. Aber sie hätten da eine Idee, wie man wenigstens das Heulager längerfristig absichern könnte. Sie würden uns dabei eventuell auch unterstützen ...
Die Idee selber
Photovoltaikanlagen genießen dank Erneuerbare-Energien-Gesetz der rot-grünen Bundesregierung das Privileg, daß der von ihnen erzeugte Strom von den Energieversorgungsunternehmen zu einem garantierten Preis abgenommen werden muß. Die Branche boomt seitdem. Wo immer man durch's Land fährt, monatlich fallen einem neue Solardächer auf. Nicht mehr nur als Demonstrationsobjekte auf öffentlichen Gebäuden, immer mehr auch auf Privathäusern. Es scheint sich also zu rechnen.
Wie wäre es nun, dachten wir uns, auch im Bärensteiner Bielatal so eine Photovoltaikanlage zu installieren? Nicht auf dem Asbestbau, dessen Sanierung nach wie vor nicht unmittelbar abzusehen ist - sondern auf dem Scheunenanbau, in dem die Grüne Liga ihre Werkstatt hat und auch immer die Heulager verköstigt und beherbergt.
Weil die Grüne Liga ein Armerschluckerverein ist, müßten sich möglichst viele Leute finanziell an der Anlage beteiligen. Deren Anteile würden dann Rendite erwirtschaften. Eben das Prinzip einer Bürger-Solaranlage, in Deutschland bereits vielfach erprobt (unter anderem jetzt auf dem neuen Schellerhauer Feuerwehrdach).
Aber - nun kommt der Clou - wer sein Geld in die Solaranlage der Grünen Liga steckt, soll das Privileg genießen können, auf seine Rendite verzichten dürfen, ganz oder teilweise. Das ist doch ein Angebot, mensch!
Das Geld aus dem Stromerlös käme dann alljährlich der finanziellen Absicherung des Heulagers zugute.
Ideal
Die Bedingungen scheinen günstig: genaue Südausrichtung einer 12 x 7,50 m großen Dachfläche, keine Beschattung und vergleichsweise viel schönes Wetter (auch wenn das die Heulagerer nicht glauben mögen und so auch nicht aus den interpolierten Daten des Deutschen Wetterdienstes für Bärenstein - Globalstrahlung 972 kWh/a.qm - hervorgeht: wir leben hier in einer nahezu nebelfreien Zone. Wenn in Altenberg die Wolkensuppe wabbert, liegen wir fast immer drunter. Und auch die zähen Talnebel des Müglitztales ziehen sich selten bis zu uns herauf. Wir liegen hier außerdem im Leebereich des Porphyr-Höhenzuges Lugstein - Kahleberg - Tellkoppe - Kohlberg). Die Besitzer des Gebäudes, die Heulagerfördererfamilie Voß, würden uns das Dach auch zur Verfügung stellen.
Darüberhinaus stehen uns am Altenberger Energietisch einige Partner zur Seite, die sich mit solchen Sachen auskennen. Die Risiken dürften mithin überschaubar sein. Selbst bei einem Regierungswechsel dürfte das Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht so einfach zu kippen, die bis dahin eingegangenen Stromverkaufsverträge nicht zu kündigen sein. Sonst würden schließlich nicht so viele Leute ihr Erspartes in diese Anlageform stecken.
Der ideelle Effekt
Klar, der Umwelt dient es auf jeden Fall, wenn die Grüne Liga zumindest genausoviel Strom, wie sie im Bielatal verbraucht, aus umweltfreundlicher Quelle ins Netz speisen kann. Aber noch besser wird es, wenn wir nicht nur kein allzu schlechtes Gewissen am Elektroherd haben brauchen, sondern uns auch künftig keine Sorgen machen müssen, wie wir die Kochzutaten bezahlen sollen. Selbst dann nicht, wenn die Grüne Liga wegen Unbotmäßigkeit oder leerer öffentlicher Kassen mal keine Fördermittel mehr kriegen sollte.
Das funktioniert dann nur, wenn sich genügend Leute finden, die das Projekt finanziell unterstützen. Um das Potential auszuloten, hier dieser Blätt'l-Artikel und die beiliegende Postkarte.
Die Angebote
* Variante 1 (für Umweltfreunde, die kein Geld zu verschenken haben):
Kauf von (beliebig vielen) Anteilen zu je 250,-€; jährliche Auszahlung des anteiligen Stromverkaufserlöses, jährliche Rendite ca. 2,8 % (das ist eher sehr konservativ gerechnet, wenn es denn stimmt, dass in Bärenstein die Sonne so oft scheint, wie oben behauptet)
* Variante 2 (das faire fifty-fifty-Angebot)
Kauf von (beliebig vielen) Anteilen zu je 250,-€; jährliche Auszahlung von 50 % des anteiligen Stromverkaufserlöses, Gesamtverzinsung nach 20 Jahren ca. 1,4 % (den Rest steckt die Grüne Liga in einen Heulager-Sparstrumpf)
* Variante 3 (für Heulager-Mäzene)
Kauf von (beliebig vielen) Anteilen zu je 250,-€; Rückzahlung des faktischen Darlehens nach 20 Jahren ohne Verzinsung, der Erlös kommt vollständig dem Heulager zugute.
Wir sind sehr gespannt auf die Reaktionen der Grüne-Blätt'l-Leser und hoffen auf einen regen Rücklauf.
Dabei handelt es sich vorerst um Interessenbekundungen, im Falle des Beginns des Projektes sich zu den angegebenen Konditionen und mit der angegebenen Menge von Anteilen zu beteiligen.
24. 02.2006: Wir haben kürzlich die letzten Anteile verkauft, die für die Finanzierung der Anlage erforderlich waren. Über die Entwicklung der Erträge können Sie sich in den monatlich verschickten Gesellschafterbriefen informieren.
Wir möchten gern künftig auch auf dem Nachbardach noch Fotovoltaik-Module installieren und dies ebenfalls über neue Anteile der Bielatal-Solar-GbR finanzieren. Dazu muß allerdings erst die Gesellschafterversammlung, die voraussichtlich im Juli stattfinden wird, eine Änderung des Gesellschaftervertrages beschließen (dieser bezieht sich bisher ausschließlich auf die 2005 installierte Anlage). Nutzen Sie für Interessenbekundungen für dieses neue Projekt unser Anmeldeformular.
