Jeden Sonnenstrahl nutzen

Mit Photovoltaik-Anlagen lässt sich Strom auf dem eigenen Dach erzeugen

Die Entscheidung für eine bestimmte Photovoltaik-Anlage ist etwa so kompliziert wie der Kauf eines neuen Autos: Expertenwissen ist keine Voraussetzung, Grundkenntnisse sind aber hilfreich. Mittlerweile gibt es ein umfangreiches Informationsangebot, vor allem im Internet.

Im Aufbau sind alle Photovoltaik-Anlagen ähnlich: Auf dem Dach wird ein Solargenerator installiert. Er besteht aus Modulen, welche die einzelnen Solarzellen einkapseln. Das Netzeinspeisegerät wandelt den Solarstrom in Netzwechselstrom um und speist ihn ins öffentliche Netz ein. Der Wirkungsgrad des Wechselrichters gibt Auskunft darüber, welche Menge Strom ins Netz eingespeist wird. Er sollte deutlich über 90 Prozent liegen. Die wichtigste Kennziffer der Photovoltaik-Anlage ist die Nennleistung, also die Leistung bei normierten Bedingungen. Sie wird in Kilowattpeak (kWp) angegeben.

Eine zweite Kenngröße, die Leistungstoleranz, besagt, um wie viel Prozent die Module ihre Nennleistung unter- oder überschreiten dürfen. „Wichtig ist, dass hier eine möglichst schmale Bandbreite, zum Beispiel fünf Prozent, angegeben wird", empfiehlt Matthias Hüttmann, Solarfachberater beim Solarenergie Informations- und Demonstrationszentrum in Fürth. Im günstigen Fall bietet der Hersteller außerdem eine lange Leistungsgarantiedauer – beispielsweise 20 Jahre und 80 Prozent. Das bedeutet, dass die Module nach 20 Jahren immer noch 80 Prozent der ursprünglichen Leistung liefern müssen. „Daneben sollte eine möglichst lange Produktgarantie für Module und Wechselrichter vorhanden sein", sagt Hüttmann. Mindestens genauso wichtig wie diese technischen Details ist das Montagesystem: Der Generator wird entweder auf das Dach montiert oder in die Dachfläche integriert. Das Montagegestell muss jahrzehntelang den Witterungseinflüssen standhalten. „Alle Materialien sollten deshalb langlebig und korrosionsbeständig sein", betont der Experte. „Profile aus Aluminium, Edelstahlschrauben, spezielle Solarkabel, sowie Federzugklemmen oder gleichstromtaugliche Steckverbindungen sind deshalb sinnvoll."

Die beste Vergleichsgröße zwischen verschiedenen Angeboten sind die Kosten pro Kilowattpeak Leistung: „5 000 bis 6 000 Euro pro Kilowattpeak inklusive Montage sind für kleinere Aufdachanlagen durchaus realistisch", weiß Solarberater Hüttmann. Für Einfamilienhäuser sind Anlagen von zwei bis drei Kilowattpeak typisch. Dafür werden rund zwanzig bis dreißig Quadratmeter Dachfläche benötigt. (ddp)

www.solarwirtschaft.de, www.bsi-solar.de, www.bine.fiz-karlsruhe.de

Hersteller, Anwender und Betreiber von Photovoltaikanlagen versammeln sich alljährlich Anfang April zum Solartag Sachsen im City Center am Dresdner Hauptbahnhof. Interessenten, die Sonnenenergie nutzen wollen, können hier mit Experten ins Gespräch kommen. Veranstalter sind die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, die Landesgruppe Sachsen der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke sowie die Energieversorgung Sachsen Ost AG.

Wichtige Elemente von Photovoltaik-Anlagen

Solarzellen sind gefertigt aus Halbleitermaterialien, in die Fremdatome eingelagert sind. Dadurch wird es möglich, Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom umzuwandeln. Über 90 Prozent aller Zellen werden aus Silizium hergestellt.

Dünnschichtzellen benötigen viel weniger Halbleitermaterial, haben aber dafür einen relativ großen Flächenbedarf pro installierter Leistung.

Module sind Verpackungseinheiten für mehrere Solarzellen, die in Reihe oder parallel geschaltet werden. Der Wirkungsgrad bei Modulen mit monokristallinen Zellen liegt bei rund 17 Prozent, mit multikristallinen Zellen bei etwa 15 Prozent, mit amorphen Zellen bei sieben Prozent. Haltbarkeit: 25 Jahre und mehr.

Netz-Wechselrichter sind das Bindeglied zwischen Gleich- und Wechselstromtechnik. Wichtig: hoher Wirkungsgrad über den gesamten Leistungsbereich, automatische Zu- und Abschaltung, Einhaltung technischer Normen, Wartungsfreiheit, Benutzerfreundlichkeit.

Speicherbatterien (Akkus) werden in Insel-Solarstromanlagen als Stromspeicher benötigt, um die stündlichen, täglichen oder jahreszeitlichen Schwankungen des Strahlungsangebotes auszugleichen. Wichtig: hohe Zyklenfestigkeit, geringe Selbstentladung; Lebensdauer: zehn Jahre und mehr.

Laderegler verhindern die schädliche Entladung und Überladung der Speicherbatterien. Wichtig: geringer Eigenstromverbrauch, Wartungsfreiheit, Benutzerfreundlichkeit.

(Quelle: Solarenergie Informations- und Demonstrationszentrum Fürth, www.solid.de)

Eva Neumann, Sächsische Zeitung (Immobilien ), 19.09.2003

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